7. August 2026 Kinga Bartczak

Der unterschätzte Erfolgsfaktor: Weibliche Role Models im eigenen Unternehmen

Der unterschätzte Erfolgsfaktor-Weibliche Role Models im eigenen Unternehmen-Artikelbild

Unternehmen investieren viel, um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen. Da werden Talentprogramme initiiert, Karriereseiten überarbeitet, eindrucksvolle Kampagnen auf Social Media veröffentlicht und ein Employer Branding entwickelt, das professionell und einladend wirken soll. Der Aufwand ist groß, meist teuer, zeitaufwendig und entfaltet oft nicht die Wirkung, welche man sich erhofft hat.

Wichtige Ressourcen bleiben ungenutzt, obwohl sie längst im Unternehmen vorhanden sind, schnell strategisch weiterentwickelt und zielgerichtet gefördert werden können.

Wie der Titel es schon verrät, sind es die weiblichen Vorbilder, mit all ihrer Expertise, ihren Erfahrungen und ihrer Sichtbarkeit, die die stärksten Botschafterinnen für eine wertschätzende sowie zukunftsgerichtete Unternehmenskultur sein können.

In unserer Arbeit mit Unternehmen und Führungskräften sehen wir es immer wieder: Organisationen investieren viel Geld, um ihre Marke nach außen zu kommunizieren, während diejenigen, die diese Marke jeden Tag mit Leben füllen, kaum in Erscheinung treten. Besonders auffällig ist das bei Frauen mit hoher fachlicher Kompetenz, Führungsverantwortung oder unternehmerischem Denken. 

Sie treten deutlich zurückhaltender auf, als ihre tatsächliche Expertise vermuten lässt. Für die betroffenen Frauen bleibt wertvolles Potenzial ungenutzt. Unternehmen wiederum verzichten damit auf einen relevanten Wettbewerbsvorteil, welcher in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.

Der Wettbewerb um Talente hat sich grundlegend verändert

Noch vor wenigen Jahren reichten eine solide Reputation und eine attraktive Stellenausschreibung aus, um Talente anzuwerben. Heute stehen viele Unternehmen vor einer anderen Situation.

Die aktuelle Randstad Employer Brand Research 2026 zeigt, wie stark sich die Prioritäten verschoben haben. Erstmals seit Jahren steht für Beschäftigte in Deutschland nicht mehr das Gehalt an erster Stelle, sondern die Arbeitsplatzsicherheit. Für 58 Prozent ist es das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebenden. Danach folgen ein gutes Betriebsklima mit 54 Prozent, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben mit 52 Prozent und erst an vierter Stelle kamenGehalt und Zusatzleistungen mit 50 Prozent. Auch Chancengleichheit gewinnt mit 45 Prozent spürbar an Bedeutung.

Diese Verschiebung zeigt etwas Grundsätzliches: Menschen machen ihre Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen zunehmend davon abhängig, wie es von innen heraus wirkt und nicht mehr ausschließlich danach, wie es sich nach außen präsentiert. Hochglanzkampagnen allein reichen dafür nicht mehr aus.

Menschen möchten ein soziales Miteinander erleben. Sie wollen authentische Einblicke in den Arbeitsalltag, das Aufgabenportfolio und die Teamzusammenarbeit erhalten. Dabei gibt es keine Gruppe, die diese Einblicke besser gewähren kann, als weibliche Vorbilder, die diesen Alltag täglich für sich erlebbar machen und gemeinsam mit anderen gestalten. Vertrauen entsteht heute deutlich häufiger über persönliche Kommunikation als über klassische Unternehmenskommunikation. Diese Einsicht können Unternehmen für sich zielgerichtet nutzen, indem sie die Sichtbarkeit eben jener Ambassadors strategisch unterstützen.

Warum weibliche Role Models so wertvoll sind

Warum weibliche Role Models so wertvoll sind-Bild

In nahezu jedem Unternehmen gibt es Frauen, die anspruchsvolle Projekte verantworten, Teams erfolgreich führen oder durch ihre Expertise erheblich zum Unternehmenserfolg beitragen. Außerhalb ihrer unmittelbaren Arbeitsumgebung werden sie trotzdem oft kaum wahrgenommen. Das ist nicht nur bedauerlich, es ist messbar folgenreich.

Ein Forschungsteam der Universität Mannheim um die Finanzprofessorin Alexandra Niessen-Rünzi konnte zeigen, dass Frauen sich deutlich häufiger für Wettbewerbssituationen entscheiden, wenn sie zuvor ein erfolgreiches weibliches Vorbild erlebt haben. In der Studie wählten signifikant mehr Männer als Frauen freiwillig den Wettbewerb, obwohl es keinen Leistungsunterschied gab. Sobald die Teilnehmerinnen jedoch zuvor Videos erfolgreicher Frauen sahen, änderte sich dieses Bild deutlich. Sichtbare weibliche Vorbilder wirken demnach nicht nur inspirierend, sie verändern tatsächliches Verhalten all jener, die ihnen nachfolgen.

Weibliche Role Models entstehen dabei nicht erst auf Vorstandsebene. Sie entstehen überall dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Wissen teilen und ihre Erfahrungen transparent machen. Wer sich heute über ein Unternehmen informiert, schaut längst nicht mehr nur auf die Webseite. Weit häufiger werden LinkedIn-Profile von Führungskräften besucht, Fachartikel gelesen oder Beiträge von Mitarbeitenden verfolgt.

Wir geben zu: Als Beratende und Trainierende machen wir das ebenso. Bei der Vielfalt an Anfragen wollen auch wir einen Einblick in Wertehaltung und Arbeitskultur erhalten, bevor wir gemeinsam eine Zusammenarbeit anstreben. Nehmen Sie es also gerne als kleines Eingeständnis unsererseits und auch als Bestätigung des bisher Geschriebenen: Wir alle schauen uns an, wer die Persönlichkeiten sind, denen wir unsere Zeit widmen und freuen uns ebenfalls, wenn auch andere einen Blick auf unsere Profile werfen.

Sichtbarkeit ist mehr als Employer Branding

Personal Branding wird in Unternehmen häufig ausschließlich als Marketingthema behandelt. Aus unserer Erfahrung greift das deutlich zu kurz.

Sichtbarkeit wirkt auf mehreren Ebenen gleichzeitig: Sie stärkt die Marke des Arbeitgebenden, erhöht die Attraktivität im Recruiting, unterstützt den Wissenstransfer im Unternehmen und fördert die Identifikation der Mitarbeitenden mit ihrer Organisation.

Auch der aktuelle State of HR Report 2025 von DGFP und Gallup deutet in diese Richtung. Nur 33 Prozent der befragten HR-Verantwortlichen zeigen demnach eine hohe emotionale Bindung an ihr Unternehmen, im Vergleich zu 56 Prozent im Gallup Referenzwert. Und lediglich 23 Prozent erleben ein spürbares Gefühl von gefördertem Wachstum. Der Bericht macht deutlich, dass HR-Arbeit künftig stärker darauf ausgerichtet sein muss, Mitarbeitenden echte Selbstwirksamkeit zu ermöglichen, auch durch die Fähigkeit, die eigene Kompetenz sichtbar einzubringen.

Personal Branding ist vor diesem Hintergrund kein individuelles Karrierethema mehr. Es wird zunehmend Teil moderner Organisationsentwicklung.

Vertrauen entsteht dort, wo Menschen sichtbar werden

Vertrauen entsteht dort wo Menschen sichtbar werden-Bild

Wie stark persönliche Kommunikation wirkt, zeigt sich auch am wachsenden Interesse an Corporate Influencer-Programmen. Immer mehr Unternehmen ermutigen gezielt Mitarbeitende, ihre fachliche Expertise über LinkedIn zu teilen. Der Grund ist einfach nachvollziehbar:

Menschen vertrauen anderen Menschen deutlich mehr als anonymen Unternehmensprofilen. 

Laut dem Edelman Trust Barometer vertrauen 92 Prozent der Menschen persönlichen Empfehlungen mehr als klassischer Unternehmenskommunikation. 

Rund drei Viertel der Bewerberinnen und Bewerber informieren sich laut Glassdoor gezielt über die Mitarbeitenden eines Unternehmens, bevor sie sich bewerben. Und Beiträge von Mitarbeitenden erzielen auf LinkedIn bis zu achtmal mehr Interaktion als offizielle Unternehmensbeiträge.

So sind es Unternehmen wie SAP, die Deutsche Telekom oder Bosch, die deshalb längst bewusst auf sichtbare Mitarbeitende setzen. Diese geben Einblicke in ihren Berufsalltag und teilen ihr Fachwissen. Entscheidend ist dabei ein Aspekt, der oft übersehen wird:

Diese Menschen sprechen nicht in einem typischen Marketingslang über die Vorteile von Produkten und Dienstleistungen im Unternehmen. Sie sprechen über ihre Arbeit, ihre Erfahrungen und ihre Erkenntnisse. Genau dadurch entsteht Glaubwürdigkeit, welche nicht gezielt zum Kauf ermutigt, letztlich jedoch die Kaufentscheidung oder Bewerbungsentscheidung indirekt mitbestimmt.

Die größte Chance liegt häufig bereits im Unternehmen

Wenn wir Unternehmen begleiten, erleben wir immer wieder dieselbe Situation. Organisationen suchen nach Wegen, attraktiver für Bewerberinnen und Bewerber zu werden und Fachkräfte langfristig zu binden. Gleichzeitig verfügen sie längst über Menschen, die genau das bewirken könnten. Führungskräfte mit klaren Werten, Expertinnen mit außergewöhnlichem Fachwissen, Projektleitende mit Erfahrungen, die andere interessieren würden.

Die eigentliche Herausforderung besteht deshalb selten darin, neue Geschichten zu erfinden. Sie besteht darin, den Frauen im eigenen Unternehmen den Raum und das Handwerkszeug zu geben, ihre bereits vorhandenen Geschichten sichtbar zu machen und sie zu ermutigen, diese öffentlich mit anderen zu teilen. Denn genau dort entsteht Vertrauen, nach innen wie nach außen und dieses zählt heute zu den wichtigsten Wettbewerbsvorteilen erfolgreicher Unternehmen, denn seien wir mal ehrlich: 

Die Empfehlung einer Person meines Vertrauens ist um ein Vielfaches wertvoller, als ein Rabattschild auf einem anonymen Social Media Kanal.

Eine Einladung für Ihr Unternehmen

Banner-FemalExperts-Academy-Personal-Branding-LinkedIn-Workshop-schmal

Genau an diesem Punkt setzt unser zweitägiger Präsenzworkshop an: „Personal Branding und LinkedIn. Werde sichtbar für das, was dich ausmacht“ am 24. Und 25. September in Köln an.

An beiden Tagen arbeiten wir gemeinsam mit ausgewählten weiblichen Role Models an genau den Fähigkeiten, die aus fachlicher Exzellenz auch wahrgenommene Exzellenz machen. Klare Positionierung, eine authentische persönliche Geschichte und ein Netzwerk, das tatsächlich trägt.

Für Unternehmen bedeutet das eine konkrete Möglichkeit, in die eigenen weiblichen Vorbilder zu investieren, in die Frauen, die schon heute Ihr Unternehmen prägen und morgen sichtbar dafür stehen können.

Der Workshop findet im September 2026 in Köln statt. Wenn Sie überlegen, Kolleginnen, Netzwerkpartnerinnen oder Vorbildfrauen aus Ihrem Unternehmen zu entsenden, freuen wir uns, mit diesen gemeinsam eine Positionierung zu gestalten und sie zu ermutigen, ihre Lernerfahrung aus den zwei Tagen auch intern an andere Kolleginnen weiterzugeben, sodass die eigene Sichtbarkeit auch weitreichende Wirksamkeit entfalten kann.

Falls Sie gerne mehr erfahren wollen, finden Sie weitere Informationen auch hier: femalexperts.academy/weiterbildungen/personal-branding-linkedin

Zur Weiterleitung an Interessentinnen aus Ihrem Netzwerk, können wir Ihnen das Entscheiderinnen-PDF empfehlen, welches Sie kostenlos herunterladen und einfach via Mail oder LinkedIn weiterleiten können.

Wir freuen uns, Sie und spannende Frauen aus Ihrem Unternehmen und/oder ihrem Netzwerk im September live in Köln begrüßen zu dürfen!

, , , ,

Kinga Bartczak

Geschäftsführerin UnternehmerRebellen GmbH, Herausgeberin FemalExperts Magazin, Organisationsentwicklungs- und Human Resources-Expertin sowie Trainerin und Business Coach

Gründer*innen der Bildungsakademie Köln

Mit der Bildungsakademie Köln haben wir einen Ort für zukunftsorientierte Weiterbildung geschaffen. Gemeinsam mit erfahrenen Trainer*innen, Expert*innen und Praktiker*innen entwickeln wir praxisnahe Inhouse-Trainings und Workshops für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Organisationen.

Unser Anspruch ist es, Lernen erlebbar zu machen. Statt Frontalunterricht setzen wir auf interaktive Formate, wissenschaftlich fundierte Inhalte und einen hohen Praxistransfer. So entstehen Weiterbildungsangebote, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern nachhaltige Veränderungen in Organisationen anstoßen.

Gründer*innen des FutureWork Hubs

Mit dem FutureWork Hub bringen wir Menschen, Ideen und Zukunftsthemen zusammen. Die Plattform versteht sich als Treffpunkt für alle, die die Arbeitswelt von morgen mitgestalten möchten – unabhängig davon, ob sie aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung oder Politik kommen.

Durch Fachbeiträge, Interviews, Studien, Praxisbeispiele und den Austausch mit Expert*innen schaffen wir einen Ort, an dem Wissen geteilt, neue Perspektiven entwickelt und Innovationen sichtbar werden.

Wir sind offizielle Unterstützer*innen der Women’s Empowerment Principles

Wir übernehmen hierdurch unternehmerische Verantwortung für die Gleichstellung der Geschlechter. Die Women’s Empowerment Principles (WEPs) sind sieben Grundsätze zur Stärkung von Frauen in Unternehmen. Mit Hilfe der Prinzipien erhalten Unternehmen eine Anleitung, wie sie die Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft fördern können. Die WEPs sind eine gemeinsame Initiative von UN Women und UN Global Compact.

Wir sind Unterzeichner*innen der Charta der Vielfalt

Diversität ist kein Trend, sondern gehört als fester Bestandteil in unsere Arbeitswelt sowie Gesellschaft hinein. Wir möchten die Vielfalt in unserem Unternehmen gezielt ausbauen und beraten unsere Kund*innen gezielt bei Diversity-Themen. Gemeinsam mit der Charta der Vielfalt setzen wir ein Zeichen für Diversity in der Arbeitswelt.

Kontakt

Lassen Sie uns zusammenarbeiten

Mit uns werden Unternehmer*innen zu Lernenden, Mitarbeitende zu Teilhabenden und Organisationen zu Orten der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.

UnternehmerRebellen GmbH
Fritz-Hecker-Str. 61
50968 Köln
Deutschland
Made with ♥ in Cologne